Dienstag, 02 März 2021 13:21

Aktivisten demonstrieren gegen Atomkraftwerk in Heilbronn

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Dampf kommt aus dem Kühlturm des Kernkraftwerks Neckarwestheim in Heilbronn auf. (Archivbild) Dampf kommt aus dem Kühlturm des Kernkraftwerks Neckarwestheim in Heilbronn auf. (Archivbild) dpa/Marijan Murat

red/epd,  01.03.2021

Zehn Jahre nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima wollen Atomkraftgegner am Sonntag auch am Kraftwerk Neckarwestheim demonstrieren. Deutschlandweit soll es Aktionen geben.

Heilbronn - Zehn Jahre nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima erinnern Atomkraftgegner auch in Baden-Württemberg mit vielfältigen Aktivitäten an die Gefahren der Atomenergie-Nutzung. Neben größeren Demonstrationen am Samstag in Berlin und am Sonntag am Atomkraftwerk Neckarwestheim in Heilbronn gibt es in den kommenden Tagen in rund 20 deutschen Städten Mahnwachen, wie die Anti-Atom-Organisation „Ausgestrahlt“ am Montag mitteilte.

Wegen der Corona-Pandemie finden alle Kundgebungen unter besonderen Hygiene-Bedingungen statt. Zahlreiche örtliche Bürgerinitiativen verzichten ganz auf Versammlungen und beteiligen sich stattdessen an einer Großplakat-Aktion, die von „Ausgestrahlt“ und dem Umweltinstitut München organisiert wird. In 53 Städten hängen den Angaben zufolge riesige Plakatwände mit der Botschaft „Nie wieder! 10 Jahre Fukushima: Alle Atomkraftwerke abschalten!“

Seebeben führte zur Katastrophe in Japan

Zwar seien 2011 als direkte Folge der Fukushima-Katastrophe und der Massenproteste in Deutschland acht Reaktoren abgeschaltet worden, sagte „Ausgestrahlt“-Sprecher Jochen Stay. Doch sechs AKW seien auch zehn Jahre danach noch am Netz. Die Risiken in den alten Anlagen würden mit jedem Tag größer. Zudem werde weiter Atommüll produziert, von dem niemand wisse, wie er über Jahrtausende sicher gelagert werden kann. Deshalb müssten die Atomkraftwerke jetzt abgeschaltet werden und nicht erst Ende 2022.

Die Katastrophe in Japan begann am 11. März 2011 mit einem Seebeben und einem Tsunami. In drei Blöcken des AKW Fukushima Daiichi kam es zur Kernschmelze und somit zum Super-Gau, Explosionen in den Blöcken 1 bis 4 zerstörten unter anderem die Gebäudehüllen. Über Wochen zogen radioaktive Wolken von Fukushima über Japan und den Pazifik.

Bis zu 150.000 Einwohner mussten das Gebiet vorübergehend oder dauerhaft verlassen, Hunderttausende in landwirtschaftlichen Betrieben zurückgelassene Tiere verhungerten. Rund um das Kraftwerk gibt es bis heute eine 300 Quadratkilometer große Sperrzone.

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