News Test

Frankreichs Atombehörde nennt Brandschutz im AKW Fessenheim „inakzeptabel“

>>>weiter lesen

Kühlwasser zu heiß: Hitzefrei für französische Atomkraftwerke

>>>weiter lesen

Mahnwache: AKW Fessenheim abschalten – Zusagen einhalten!

>>>weiter lesen

Video Clip Fessenheim


von brutto tempo
Informationen

Bookmark and Share

AKW ist ökonomisch bald nicht mehr haltbar Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 12.06.2015
News >> Aktionsbündnis News

Pannenanfällig: Das Atomkraftwerk Fessenheim am Ufer des Rhein ist das älteste AKW Frankreichs.
Quelle: Keystone

Laut Aufsichtsbehörde müssen noch Hunderte von Millionen Euro in das Atomkraftwerk Fessenheim investiert werden, um es auf den geforderten Sicherheitsstand zu bringen. von Peter Schenk

 

Es war in einer Fragestunde der französischen Nationalversammlung. Denis Baupin, grüner Vizepräsident des Parlaments, nutzte die Gelegenheit, um den Präsidenten der französischen Atomaufsichtsbehörde «Autorité de sûreté nucléaire» (ASN) nach den Kosten für weitere Sicherheitsmassnahmen im elsässischen AKW Fessenheim zu fragen.

«Pierre Franck Chevet fragte bei einem Mitarbeiter nach und sagte dann: mehrere Hundert Millionen Euro.» Diese Summe brauche es, um Fessenheim auf den Sicherheitsstand zu bringen, der in Frankreich nach der Katastrophe von Fukushima für Atomkraftwerke gefordert wird, berichtete Baupin.

Überall zu wenig Rückstellungen

Der grüne Député aus Paris war zu Gast auf der Mitgliederversammlung des Trinationalen Atomschutzverbands (Tras), die am Freitag in Freiburg im Breisgau statt fand. Themenschwerpunkt waren neben der Schliessung von Fessenheim die Kosten der Atomindustrie. In mehreren Vorträgen wurde deutlich, dass die Stilllegung der Anlagen in allen drei Ländern erheblich teurer wird als geschätzt. So haben die Atomkonzerne in Deutschland Rückstellungen von 37,8 Milliarden Euro gebildet – benötigt werden aber mit Sicherheit 50 bis 70 Milliarden Euro, berichtete der deutsche Journalist Bernward Janzing, der sich auf Energiefragen spezialisiert hat.

WERBUNG
 

Auch in der Schweiz seien die Kosten dafür mittlerweile auf 24 Milliarden Franken gestiegen, teilte der Schweizer Referent Markus Kühni mit. Grundsätzlich würden teure Nachrüstungen die Fixkosten und somit den Druck erhöhen, ein AKW auch dann weiterzubetreiben, wenn der Atomstrom gegenüber dem Energiedurchschnittspreis gar nicht mehr gewinnbringend verkauft werden könne.

Neben den bekannten Sicherheitsproblemen wie der Erdbebengefahr, der Bedrohung des Grundwassers und der Nähe des Rheins sind es ökonomische Fragen, die Fessenheim am stärksten unter Druck setzen. «Neue Investitionen könnten gar nicht amortisiert werden, weil das Kraftwerk nach wenigen Jahren schon wieder eine neue Betriebsgenehmigung braucht und dem Sicherheitsstandard eines neuen AKW entsprechen muss», sagte Baupin. So sehe das Gesetz über die neue Energiepolitik, das eine Reduzierung der Atomenergie von 82 auf 50 Prozent vorschreibt, nach 40 Jahren Betriebszeit ein neues Genehmigungsverfahren der ASN vor. «Fünf Jahre später braucht es dann erneut eine Genehmigung», so Baupin.

«Wir sind voran gekommen und die Atomlobby ist in der Defensive»: Denis Baupin, Vizepräsident der französischen Nationalversammlung (Grüne).
Quelle: Peter Schenk

Gleichzeitig finde jedes Mal ein Anhörungsverfahren statt. Da dies im Rahmen des Verfahrens Espoo auch international läuft, hätten auch die Nachbarn und Tras Einflussmöglichkeiten. «Weil das neue Gesetz auch vom bürgerlich dominierten Senat angenommen ist, dürfte es auch bei einem Regierungswechsel Bestand haben», zeigte sich Baupin überzeugt. Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme des Atomkonzerns Aveva und den nicht enden wollenden Problemen um den neuen Druckwasserreaktor EPR im nordfranzösischen Flamanville sei die Atomwirtschaft in der Krise. «Wir sind voran gekommen, die Atomlobby ist in der Defensive», freute sich der Grünen-Politiker.

Schliessung war Wahlversprechen

Baupin zeigte sich überzeugt, dass der linke Präsident Hollande an seinem Wahlversprechen, Fessenheim Ende 2016 zu schliessen, festhalten werde. «Wenn er 2017 Präsident bleiben will, benötigt er die Stimmen der grünen Wähler. Seine politische Botschaft muss klar bleiben.»

(bz Basel)

Zuletzt geändert am: 12.06.2015 um 23:22:25

Zurück zur Übersicht

Kommentare

Kein Kommentar gefunden

Kommentar hinzufügen