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Angestellte protestieren gegen Fessenheim-Schließung Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 14.09.2016
News >> Aktionsbündnis News


AKW Fessenheim Foto: AFP

Beschäftigte des Betreibers Eletricité de France lehnen die Abschaltung des Atomkraftwerks Fessenheim ab. Das Akw sei rentabel, seine Sicherheit erwiesen, behaupten Gewerkschafter.

Französische Gewerkschaften rufen für diesen Mittwoch zum Protest gegen die geplante Stilllegung des Atomkraftwerks im elsässischen Fessenheim auf. Während sich ein Teil der Belegschaft am Nachmittag zu einer Kundgebung vor dem Akw-Gelände in Fessenheim zusammenfindet, ist eine Delegation zu einer außerordentlichen Betriebsratssitzung von Eletricité de France (EdF) nach Levallois-Perret bei Paris gereist. In dieser Sitzung werde der Kraftwerksbetreiber laut Ankündigung darlegen, wie der Prozess bis zur geplanten Abschaltung von Fessenheim ablaufen solle. Der Stromkonzern hatte sich lange gegen die von der sozialistischen Regierung gewollte Schließung des ältesten Akw im französischen Nuklearpark gesträubt.

Im August hatten sich Umweltministerium und EdF – allerdings vorläufig – über eine Entschädigung für die Aufgabe des elsässischen Standortes geeinigt. 100 Millionen Euro soll EdF demnach in einem ersten Schritt zum Ausgleich erhalten. Weitere 300 Millionen Euro folgen in mehreren Tranchen. Allerdings könnte EdF weitere Zahlungen einfordern, je nachdem, wie sich die Stromreise und die Kosten für den Rückbau entwickeln.


Umweltministerin Ségolène Royal will unterdessen noch in diesem Jahr per Dekret die Abschaltung dingfest machen. Zu einer Stilllegung dürfte es jedoch erst 2018 kommen, wenn ein neuer Reaktor in Flamanville am Ärmelkanal in Betrieb geht. Politisch könnte die Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2017 die Pläne noch einmal kippen.

"Es gibt kein ernstzunehmendes Argument, das für die Schließung von Fessenheim spricht", sagt der Gewerkschafter Rodolphe Percet. Das Akw sei rentabel, seine Sicherheit erwiesen, behauptet der Gewerkschaftsdelegierte. Wer es schließe, vernichte in erster Linie Arbeitsplätze. "Darüber muss sich der Verwaltungsrat im Klaren sein", betont Percet.

Allerdings wurde 2015 bekannt, dass die zum Atomkonzern Areva gehörende Stahlschmiede in Le Creusot Bauteile ausgeliefert hat, die nicht den geforderten Standards entsprachen. Davon betroffen ist auch Fessenheim. Deshalb steht Block 2 seit Mitte Juni still. Infrage steht, ob einer der drei, erst 2011 erneuerten Dampferzeuger ein Sicherheitsrisiko darstellt.

Erstmals hat nun Philippe Sasseigne, EdF-Direktor für die nuklearen Anlagen, den März 2017 als Datum genannt, an dem der Reaktor wieder hochgefahren werden soll. "Unsere ersten Testergebnisse sind sehr gut", sagte Sasseigne einer französischen Wirtschaftszeitung, "das Datum Ende März erscheint uns vernünftig." Unabhängige Atomexperten gehen allerdings davon aus, dass der Dampferzeuger ausgetauscht werden müsste, was gleichermaßen aufwändig wie teuer ist.

Zuletzt geändert am: 14.09.2016 um 07:31:25

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