News Test

Frankreichs Atombehörde nennt Brandschutz im AKW Fessenheim „inakzeptabel“

>>>weiter lesen

Kühlwasser zu heiß: Hitzefrei für französische Atomkraftwerke

>>>weiter lesen

Mahnwache: AKW Fessenheim abschalten – Zusagen einhalten!

>>>weiter lesen

Video Clip Fessenheim


von brutto tempo
Informationen

Bookmark and Share

"Bleiben Sie auf diesem Weg" Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 16.06.2015
News >> Aktionsbündnis News


Martin Richter (links) und Jürgen Hauke vom AGUS-Vorstand nehmen die Gratulation von Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes Knoblich entgegen. Foto: Silke HARTENstein

Die AGUS Markgräflerland feiert ihren 40. Geburtstag mit einem Festakt in der Müllheimer Frickmühle.

MÜLLHEIM. Zum Klappern des Wasserrads gesellen sich die feurigen Sambarhythmen des Percussion-Ensembles "Brasilikum": Mit dieser akustischen Kombination aus stetiger Wasserkraft und energievollem "Mühlenstomp" eröffnete die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz (AGUS) Markgräflerland ihre Geburtstagsfeier in der Frickmühle. Zum 40-jährigen Geburtstag füllten am Sonntagnachmittag Mitstreiter, Lokalpolitiker und Künstler den Saal.

Zu den Gratulanten gehörten Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich, die Schönauer Stromrebellen Ursula und Michael Sladek und Axel Mayer, Geschäftsführer des BUND-Regionalverbands Südlicher Oberrhein. Wer fehlte, war der jüngst verstorbene Liedermacher Walter Mossmann. In Memoriam sang sein damaliger Weggefährte aus Wyhler Zeiten "Buki" Roland Burkart Mossmanns Protestsongs und etliche Geburtstagsgäste summten mit: "Auf welcher Seite stehst Du, hier wird ein Platz besetzt..."

Kristallisationspunkt in der Anfangszeit der AGUS war der Widerstand gegen das geplante AKW in Wyhl am Kaiserstuhl. Daran und an weitere Meilensteine der Vereinsgeschichte wie den erfolgreichen Widerstand gegen den Bau einer Brennelementefabrik in Heitersheim 1975 oder gegen die Müllheimer Kerntangente erinnerte eine Plakatausstellung. Nostalgische Gefühle weckten auch Ernst-Udo Kaufmanns Fotos von Müllheim anno 1975 – die Aufrufe zu Aktionen gegen das Kernkraftwerk Fessenheim indes haben bis heute nicht an Aktualität verloren.

Heute zählt die AGUS knapp 100 Mitglieder. AGUS-Vorsitzender Jürgen Hauke lud zur Zeitreise in Vergangenheit und die Zukunft ein: "Was wäre, wenn sich sämtliche Verkehrsteilnehmer vom Autofahrer bis zum Fußgänger gleichberechtigt auf Augenhöhe begegnen würden? Was wäre, wenn wir die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius senken würden?" Das langjährige Vorstandsmitglied Martin Richter stellte fest, bis heute biete die AGUS eine Plattform für bürgerschaftliches Engagement in Umweltfragen.

AGUS hat EWS den Weg bereitet


"Wenn es einen Preis für langen Atem gäbe, müsste dieser der AGUS verliehen werden", fand Stromrebellin Ursula Sladek. Sie war bis Jahresende 2014 Geschäftsführerin der Elektrizitätswerke Schönau (EWS). Die EWS, die Jahre nach der Geburtsstunde der AGUS aus einer Bürgerinitiative entstanden, zählen heute zu den größten unabhängigen Ökostrom- und Gasanbietern bundesweit. Sladek: "Die AGUS hat uns den Weg bereitet für das, was wir in Schönau getan haben." Besonders beeindruckt zeigte sie sich von der großen Bandbreite der Themen, die die AGUS bearbeitet und warb um die Teilnahme an der aktuellen EWS-Aktion, der Beschwerde bei der EU-Kommission gegen die Subventionen für Bau und Betrieb des Atomkraftwerks im englischen Hinkley Point. Bereits 180 000 Unterzeichner hätten sich an dieser Aktion beteiligt, freute sich Sladek.

"Fessene isch nit Fukushima, in Fessene isch alles prima", rappte Mundartautor Stephan Pflaum ironisch und parodierte Frankreichs Staatspräsident François Hollande: "Fessenheim ist für mich zurzeit viel sicherer und angenehmer als der Elysee-Palast."

Zum runden Geburtstag brachte Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich einen Scheck der Stadt Müllheim mit. "Die AGUS ist ein ganz besonderer, ungewöhnlicher Verein unter den vielen Vereinen Müllheims", erklärte sie. Auch wenn die AGUS, von kommunalpolitischer Seite aus betrachtet nicht immer bequem gewesen sei, gehörten kontroverse Diskussionen zur Demokratie, sagte die Bürgermeisterin und schloss ihre Grußworte mit: "Bleiben Sie auf diesem Weg. Ich denke, es ist ein guter Weg." Im Anschluss an den Festakt gab es Zeit für Geselligkeit und Austausch zur Musik der Dolce Vita Jazzclub Band – und Zeit, die ausgelegten Infos alternativer Initiativen, der Stadtwerke Müllheim-Staufen, der Bürgerenergiegenossenschaft und EWS zu studieren.

Zuletzt geändert am: 16.06.2015 um 15:28:21

Zurück zur Übersicht

Kommentare

Kein Kommentar gefunden

Kommentar hinzufügen