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von brutto tempo
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Die Sache mit dem Abstellen Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 13.03.2016
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Paris will FESSENHEIM über 2016 hinaus am Netz lassen –Widersprüchliches zu Störfall
Es bleibt dabei:Das AKW Fessenheim wird dieses Jahr nicht abgeschaltet.Das hat die französische Umweltministerin
in dieser Woche klargestellt.Vom neu aufgerollten Zwischenfall im April 2014 lässt sich Paris nicht beeindrucken.

Das umstrittene französische Atomkraftwerk Fessenheim soll nach Auskunft von Energie- und Umweltministerin Ségolène Royal nicht 2016 abgeschaltet werden.
Sie widerspricht damit der grünen Wohnungsbauministerin Emmanuelle Cosse, die voneiner Schließung noch in diesem
Jahr gesprochen hatte. Laut Royal bleibt es beim Plan, 2016 lediglich die Prozedur zur Abschaltung des Atomkraftwerks einzuleiten.
Das Abschalten eines Atomkraftwerks sei nicht wie das „Abdrehen eines Wasserhahns“, sagte Royal am Montag abend im
Sender TF1. Neben der Beachtung von bürokratischen Vorgaben und komplizierten Sicherheitsvorschriften müsse auch an
die Zukunft der 2000 Beschäftigten gedacht werden.
Der Wasserhahnvergleich forderte auf deutscher Seite geradezu zum Widerspruch heraus.
„Anders herum stimmt das Argument: Gerade weil das Abschalten eines AKW nicht wie das Abdrehen eines Wasserhahns
ist,muss alles unternommen werden, um den jahrelangen Stilllegungsprozess so schnell wiemöglich einzuleiten.
Je früher damit begonnen wird, alternative wirtschaftliche Perspektiven für die Menschen rund um Fessenheim aufzuzeigen, umso besser für alle Menschen am Oberrhein“, entgegneten die Grünenpolitikerinnen Kerstin Andreae und Bärbel Mielich prompt.
Anlass für die jüngste Auseinandersetzung um das dienstälteste AKW Frankreichs war ein Zwischenfall im April 2014, der
nach einem Bericht von WDR und Süddeutscher Zeitung ernster gewesen sein soll als es die französische Atomaufsichtsbehörde zunächst dargestellt hatte (Der Sonntag berichtete).
Der Nuklearsachverständige Manfred Mertins schilderte, dass der Krisenstab vor Ort zeitweise keine Informationen über den Zustand des Reaktorkerns gehabt habe. Auf französischer Seite wunderteman sich über die späte Aufregung. –Bor-Abschaltung war schon 2014 bekannt – Der Störfall vom April 2014 war bereits zwei Mal auf der Tagesordnung der Kommission für die Information und Überwachung des Kernkraftwerks – kurz Clis genannt.

Bei der vier Mal im Jahr tagenden Runde ist das Regierungspräsidium Freiburg regelmäßiger Gast.
In der ersten Sitzung sei der Unfall relativ heruntergespielt worden, teilt das Regierungspräsidium jetzt auf
Anfrage mit, bei der zweiten Sitzung aber wurde ausführlich darüber berichtet. Kommenden Dienstag findet die nächste Clis-Sitzung statt.
Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hat bereits angekündigt, den Vorfall erneut anzusprechen. Sie will dann auch „ein belastbares zeitliches Szenario für die Abschaltung von Fessenheim“. Genau das aber hat die französische Regierung in dieser Woche abgelehnt.
Auch der Landtag hatte sich Ende 2014 in einer kleinen Anfrage der Grünen an das Landesumweltministerium mit dem
Störfall beschäftigt.Das Ministerium schilderte damals nach Auskunft der französischen Atomaufsichtsbehörde ASN die
Vorkommnisse im AKW und den Umgang damit.Die Süddeutsche Zeitung berichtete nun, dass bei der ASN damals von einer Bor-Notabschaltung keine Rede gewesen sei. Möglicherweise bezieht sich die Zeitung auf den ersten Bericht. Das Landesumweltministerium jedenfalls wusste im Dezember 2014 von der Bor-Notabschaltung und berichtete darüber.
Der Störfall war von der ASN zuerst auf der Internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse auf 0 eingestuft worden, als Ereignis ohne oder mit geringer sicherheitstechnischer Bedeutung. Im Sommer 2014 wurde er auf 1 hochgestuft.
Damit wird eine Abweichung vom normalen Betriebangezeigt. Der Austritt radioaktiver Strahlen wird ab Stufe drei beschrieben.
Walter Tromm, Atomwissenschaftler in Karlsruhe, sagte diese Woche der Wissenschaftszeitschrift Spektrum, dass die Betriebsmannschaft des AKW nicht wusste, ob die Steuerstäbe noch voll funktionsfähig waren.
Um eine Reaktorschnellabschaltung zu vermeiden, sei die Borsäurekonzentration geändert worden, um den Reaktor langsam herunterzufahren.
Später stellte das Team fest, dass die Steuerstäbe funktionierten. Wie Tromm bezeichnete auch der Kernphysiker Andreas Aste in der Basler Zeitung die Borierung als normalen Vorgang. Die Gefahr eines GAUs hätte nie bestanden.
Den Medien wirft er „gezielte Desinformation“, Martins „augenfällige Logikfehler“ vor.
Mertins erklärt, dass ihm kein Fall in Westeuropa bekannt sei, bei dem ein Leistungsreaktor störfallbedingt durch Bor heruntergefahren werden musste.
Dass der Störfall just zwei Wochen vor der Landtagswahl neu interpretiert wurde, halten nicht alle für einen Zufall.

KLAUS RIEXINGER
MIT MATERIAL VON AFP

Zuletzt geändert am: 13.03.2016 um 19:38:06

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