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von brutto tempo
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DREI FRAGEN AN Michael Ernst, der vom Boot aus Unterschriften gegen Fessenheim sammelte. Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 26.09.2015
News >> Aktionsbündnis News


Michael Ernst Foto: Thomas Kunz

"Es graust mich, wenn ich daran denke"

FREIBURG. Zusammen mit weiteren Aktiven des Vereins "Fukushima nie vergessen" ist Michael Ernst mit einem Motorboot von Breisach aus den Rhein bis zu seiner Mündung in den Niederlanden entlang gefahren. Sie sammelten Unterschriften für die Schließung des störanfälligen Atomkraftwerks Fessenheim. BZ-Mitarbeiter Patrick Caspari sprach darüber mit ihm.

BZ: Herr Ernst, Sie haben mit Ihrer Aktion knapp 1200 Unterschriften für Ihre Petition an den französischen Präsidenten gesammelt. Wie geht es jetzt weiter?
Ernst: Gerade jetzt ist natürlich nach dieser anstrengenden Tour etwas die Puste raus, aber wir treffen uns dieser Tage wieder, um uns neu dran zu setzen. Um dieser minimalen Chance zu dienen, dass François Hollande ein Präsidentendekret ausspricht und am französischen Parlament und der Atomlobby vorbei sagt: Schluss! Das muss genutzt werden. Wir haben die Idee, ein Zukunftsfestival zu organisieren, wenn die Petition erfolgreich war. Der Plan ist, dass alle Städte am Rhein zeigen, was sie drauf haben. Wir wollen, dass der Rhein über eine Million Sekunden lang vibriert, das wären elfeinhalb Tage – mit dem Gedanken, der ganzen Welt zu zeigen, was für einen Wahnsinn wir hier treiben mit der Atomkraft.
BZ: Wie kam es dazu, dass Sie ihre Protestfahrt gerade per Boot gemacht haben?

Ernst: Wir haben uns gefragt: Was bedeutet das, eine Million Jahre atomares Endlager? Kann man das visualisieren? Der Rhein ist ab Konstanz 1000 Kilometer lang, also eine Million Meter. Wenn man davon 2000 Meter nimmt – das entspräche dann dem Zeitraum seit Beginn unserer Zeitrechnung – ist man gerade mal aus der Stadtgrenze Konstanz draußen. So sind wir auf den Rhein als Thema gekommen. Wir haben uns überlegt, was würde ein Supergau in Fessenheim bedeuten? Der Unfall in Fukushima war 2011, jetzt fließen täglich 300 000 Liter radioaktives Wasser in den Pazifik. Wenn wir so eine Situation am Rhein hätten – es graust mich jedes Mal, wenn ich daran denke.
BZ: Wie haben Sie das Interesse der Leute auf Ihrer Rheintour erlebt?
Ernst: Es war schon so, dass die Bevölkerung, wie wir erwartet hatten, rheinabwärts von Fessenheim keine Ahnung hatte. Aber das generelle Interesse am Thema war sehr hoch. Und die in Aachen, die die Atomkraftwerke in Belgien vor ihrer Nase haben, die sind richtig geladen. Sie haben gefragt: Wann kommt ihr wieder? Wir in Freiburg dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Wir haben das Atomkraftwerk Fessenheim vor der Nase, es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass es abgeschaltet wird. In vielen Orten auf der Reise haben wir auch Unterstützung von lokalen Gruppen bekommen. Also, es war eine wunderbare Erfahrung.

Zur Person: Michael Ernst (64) ist gebürtiger Schwabe, wohnt aber schon seit Jahren im Elztal. Seine Hausarztpraxis am Freiburger Friedrichring dient auch als Sitz des im Juni gegründeten Vereins "Fukushima-nie-vergessen", der für die Abschaltung des elsässischen Kernkraftwerks Fessenheim kämpft.


Zuletzt geändert am: 26.09.2015 um 07:15:26

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