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von brutto tempo
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Drohnen über Atomkraftwerken Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 30.10.2014
News >> Aktionsbündnis News

Das französische Atomkraftwerk nahe der deutschen Grenze wurde überflogen. Die Anlage ist ein Sicherheitsrisiko.© Daniel Mueller / Greenpeace

Ungestörte Rundflüge:  Über mehreren Atomkraftwerken in Frankreich kreisten unbehelligt drohnenähnliche Flugobjekte. Ihre Herkunft ist unbekannt; Greenpeace verlangt Aufklärung.

Wie sicher sind deutsche Atomkraftwerke? Diese Frage stellte Greenpeace immer wieder - und kam oft zu vernichtenden Urteilen. Gleiches gilt auch für französische Anlagen in der Nähe der deutschen Grenze. Die aktuellen Drohnenflüge dort beweisen erneut, wie schlecht Atomkraftwerke gesichert sind. Denn seit dem 14. September gab es nach Greenpeace-Informationen Flüge über zehn Atomanlagen, den ersten über dem Forschungszentrum der Atom-Energie-Kommission (CEA) in Saclay.

Mangelnde Sicherheit

Der französische Staatskonzern Electricité de France (EdF) bestätigte zudem die Überflüge der Atomanlagen in Blayais, Bugey, Graveline, Chooz, Nogent-sur-Seine und dem grenznahen Cattenom. Darüber hinaus waren nach Greenpeace-Informationen vier weitere Atomanlagen betroffen, darunter das marode Werk Fessenheim direkt an der deutschen Grenze. Es liegt nur 25 Kilometer von Freiburg entfernt.

Solche Flüge sind gesetzlich verboten. Aber erst Tage später stellte der Betreiber EdF Strafanzeige; die französischen Behörden können die Flüge bisher nicht zuordnen. „Dass nicht identifizierte Drohnen ohne jegliche Reaktion der Sicherheitsbehörden über Atomanlagen fliegen können, offenbart große Sicherheitslücken“, sagt Susanne Neubronner, Atomexpertin von Greenpeace.

„Frankreichs Behörden wissen seit Jahrzehnten, dass ihre Atomwerke äußerst anfällig für Terrorangriffe sind. Ein Unfall oder ein vorsätzlicher Angriff auf Cattenom oder Fessenheim wäre verheerend für die französische und die deutsche Bevölkerung.“

Jetzt: aufklären, danach: abschalten!

Greenpeace in Paris verlangt Erklärungen von der Atomsicherheitsbehörde; Greenpeace Deutschland wendete  sich in einem Schreiben an Frank-Walter Steinmeier (SPD). Der deutsche Außenminister muss sich für eine schnelle Aufklärung der Vorfälle einsetzen. Gleichzeitig weist Greenpeace Spekulationen zurück, für die Flüge verantwortlich zu sein.

Die nachhaltigste Lösung des großen Sicherheitsrisikos durch AKW ist das Ende der Atomkraft. Bisher fehlen in Frankreich aber jegliche Ansätze dafür, einen Ausstieg einzuleiten. Präsident François Hollande will den Anteil der Atomenergie zwar auf 50 Prozent zurückfahren. Aber selbst dieses wenig ambitionierte Ziel ist noch weit entfernt.

EdF visiert jetzt sogar eine Laufzeitverlängerung von derzeit 40 auf 60 Jahre an. Dabei sind gerade die beiden grenznahen Atomanlagen Fessenheim und Cattenom besonders störanfällig. Im fast 40 Jahre alten Fessenheim gab es erst 2012 einen schwereren Unfall, und auch Cattenom hat schon eine Reihe von Störfällen hinter sich.

Sicherheitsrisiko deutsche AKW

Aber auch deutsche Atommeiler sind nicht sicher. Erst nach der Katastrophe in Fukushima schaltete die Bundesregierung acht marode Kraftwerke ab - doch die verstrahlten Meiler sind noch immer eine Gefahr. Greenpeace klagt bereits seit 2003 wegen der Verwundbarkeit durch Terrorangriffe und Flugzeugabstürze gegen Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1 und 2, Neckarwestheim 1 und Krümmel.  Eine Studie beweist deren Anfälligkeit.

Die aktuellen Entwicklungen zeigen erneut, wovor Greenpeace schon lange warnt: Kein Land kann sich das Sicherheitsrisiko Atomkraft leisten. Ein Ausstieg ist zwingend nötig für die Sicherheit Europas.

Greenpeace-Stellungnahme zu Drohnen-Überflügen französischer AKW

 
30.10.2014, 12:49
Auch grenznahe AKW Fessenheim und Cattenom betroffen

Mindestens sechs französische Atomkraftwerke wurden seit dem 5. Oktober von nicht identifizierten, drohnenähnlichen Flugobjekten überflogen. Dies berichtet die französische Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP). Darunter ist nach Angaben des staatlichen Atomkonzerns Electricité de France (EdF) auch das grenznahe AKW Cattenom.

Nach Greenpeace-Informationen gab es darüber hinaus Flüge über vier weitere Atomanlagen in Frankreich. Eine davon ist das Atomkraftwerk Fessenheim, wenige Kilometer von Freiburg entfernt. Herkunft und Auftraggeber der Überflüge sind unbekannt. Spekulationen, dass Greenpeace für die Flüge verantwortlich sei, weist die Umweltschutzorganisation zurück.

"Frankreichs Behörden wissen seit Jahrzehnten, dass ihre Atomkraftwerke äußerst anfällig für Terrorangriffe sind“, sagt Susanne Neubronner, Atomexpertin von Greenpeace. "Dass nicht identifizierte Drohnen ohne jegliche Reaktion der Sicherheitsbehörden über Atomanlagen fliegen können, offenbart große Sicherheitslücken. Ein Unfall oder ein vorsätzlicher Angriff auf Cattenom oder Fessenheim wäre verheerend für die französische und die deutsche Bevölkerung."

Wenig Details zu Überflügen bekannt

AKW-Betreiber EdF stellte Strafanzeige gegen Unbekannt wegen nicht-identifizierter Flugobjekte über den Atomanlagen in Blayais, Bugey, Graveline, Cattenom, Chooz und Nogent-sur-Seine. Greenpeace bekannte Quellen haben Flüge an vier weiteren Standorten, darunter Fessenheim, bestätigt. Die erste Drohne wurde danach am 14. September über dem Forschungszentrum der Atom-Energie-Kommission (CEA) in Saclay beobachtet. Am 19. Oktober wurden an vier Anlagen Flugobjekte gesichtet. Das französische Gesetz verbietet Flüge im Umkreis von fünf Kilometern und unter 1000 Metern Höhe um eine Atomanlage.

Greenpeace in Paris verlangt sofortige Erklärungen der französischen Atomsicherheitsbehörde und bemängelt die viel zu späte Reaktion des Konzerns EdF, der erst Tage nachdem die Drohnen gesichtet worden waren, Anzeige bei der örtlichen Polizei erstattete. Greenpeace Deutschland fordert in einem Brief an Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD), sich bei der französischen Regierung um sofortige Aufklärung der Überflüge zu bemühen.

In Deutschland klagt Greenpeace seit dem Jahr 2003 aufgrund der Verwundbarkeit durch Terrorangriffe und Flugzeugabstürze gegen acht deutsche AKW: Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar 1, Philippsburg 1 und 2, Neckarwestheim 1 und Krümmel. Nach dem Atomdesaster in Fukushima schaltete die Bundesregierung alle acht Atomanlagen ab. Gegen die endgültige Abschaltung ihrer AKW klagen derzeit die Konzerne Eon, RWE und Vattenfall. Eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über die Rechtmäßigkeit des deutschen Atomausstiegs steht bis heute aus.


Greenpeace e.V.
Hongkongstraße 10
20457 Hamburg
Deutschland

Telefon: 040-30618-0
Telefax: 040-30618-100

Mail: mail@greenpeace.de
URL: http://www.greenpeace.de


Hamburg - Veröffentlicht von pressrelations

Link zur Pressemitteilung:
http://www.pressrelations.de/new/standard/dereferrer.cfm?r=579691
 
 

 

Zuletzt geändert am: 07.11.2014 um 10:27:13

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