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Evakuierungszone wird ausgeweitet Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 22.07.2016
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Die Evakuierungszone um das AKW Fessenheim wird ausgeweitet – Müllheim liegt nun in der Mittelzone, die einen 20 Kilometer breiten Kreis beschreibt. Foto: dpa

Das Regierungspräsidium Freiburg hat die Katastrophenschutzplanung für das Atomkraftwerk Fessenheim überarbeitet.

MÜLLHEIM. Der Müllheimer Gemeinderat hat sich mit der Katastrophenschutzplanung des Regierungspräsidiums Freiburg, das Atomkraftwerk in Fessenheim betreffend, beschäftigt. Dabei wurde deutlich: Sämtliche Planungen basieren auf der rechtzeitigen Information seitens des Betreibers im Ernstfall. Derweil ist eine vom Gemeinderat verabschiedete Resolution an den französischen Präsidenten nicht unbeantwortet geblieben. Aus dem Élysée-Palasts heißt es, noch vor Ende 2016 solle ein Erlass verabschiedet werden, der es erlaubt, das AKW vom Netz zu nehmen.

Seit der Atomkatastrophe März 2011, als das Atomkraftwerk im japanischen Fukushima durch ein Erdbeben zerstört wurde, wissen Fachleute, dass die bisherigen Planungen des Katastrophenschutzes im Fall eines Störfalls mit austretender Radioaktivität längst nicht ausreichen. "Diese Katastrophe war für uns Anlass, die bis dahin geltenden Regelwerke auf ihre Realitätsnähe hin zu überprüfen", erklärte der Leiter des zuständigen Referates für Katastrophenschutz, Hermann Ringhof, nun dem Müllheimer Ratsgremium. Was Kritiker und Atomkraftgegner längst vermuteten, bestätigte der leitende Regierungsdirektor: "Unsere bisherige Planung ist optimierbar und bedeutete die Ausweitung der Planungsziele."

So habe sich die Frage gestellt, wie realistisch die Planungen im Ernstfall überhaupt umsetzbar seien. Ziel der neuen Planung sei es nun, das bei einer Havarie entstehende Chaos und die eintretenden Gefahren "weitmöglich zu minimieren". Dazu passte die Anordnung der Strahlenschutzkommission, die bisherigen Planungsgebiete zu ändern. Erste Folge dieser Empfehlung: Die Evakuierungszone wurde laut Ringhof von bisher zehn auf 20 Kilometer ausgeweitet. Auch die Zoneneinteilung verschob sich zugunsten eines größeren Radius rund um das Atomkraftwerk.

Müllheim liegt nun nach dem aktuellen Stand der Planung künftig in der Mittelzone, die einen 20 Kilometer breiten Kreis beschreibt und im Gegensatz zum früheren Katastrophenplan zwangsweise zur Evakuierung führt, vorausgesetzt die Beurteilung der Lage und der Ausbreitungsrichtung durch Experten erfordert eine solche Vorgehensweise. "Auch die Zeitvorgabe für eine Evakuierung und die Gabe von Jodtabletten ist sehr ambitioniert", betont Ringhof.

Im Fall Müllheim bedeutet dies, die Menschen müssen nach Eintritt des Katastrophenfalls binnen 24 Stunden weggebracht werden. Dabei baut das Regierungspräsidium auf die Annahme, dass sich Zweidrittel der Menschen bereits auf eigene Faust aus dem Staub machen, die Behörden also nur ein Drittel mit Bussen aus der Gefahrenzone zu evakuieren haben. Die Gabe von Jodtabletten müsse bereits nach zwölf Stunden abgeschlossen sein, ergänzte Ringhof.

"Sie sehen hier im Gremium ein gewisses Schmunzeln", stellte Stadträtin Myriam Egel sarkastisch fest. Sie zweifle an der Durchführbarkeit. "Wie erfährt denn die Bevölkerung vom Ernstfall und wie werden die Menschen evakuiert?", fragte sie nach. Das rief nun Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich auf den Plan: "Wir sollten jetzt keine Diskussion über Sinn und Unsinn der Machbarkeit führen. Wir haben die gesetzliche Verpflichtung, entsprechende Pläne aufzustellen", sagte sie. Keinen Plan zu haben, sei noch weitaus fataler. Letztendlich seien sich wohl alle Ratsmitglieder darin einig, dass das AKW Fessenheim abgeschaltet werden müsse. Dafür erhielt sie auch die entsprechende Zustimmung des Müllheimer Ratsgremiums.

Unterdessen hat das Büro der Bürgermeisterin ein Schreiben des Kabinettchefs des französischen Präsidenten erreicht. Es ist die erwartete Antwort auf eine Resolution, die der Müllheimer Gemeinderat im Mai verabschiedet hat und in der das Gremium die dauerhafte Stilllegung des Atomkraftwerks Fessenheim noch in diesem Jahr einfordert. "Wie Sie wissen, ist die Schließung des Kernkraftwerks Fessenheim Teil der Verpflichtungen, die der Staatschef gegenüber den Franzosen übernommen hat", heißt es darin. Und weiter: Noch vor Jahresende sollen die Weichen für dieses Vorhaben gestellt werden.

Zuletzt geändert am: 22.07.2016 um 09:15:21

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