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Fessenheim 2 steht still Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 24.07.2016
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20 Meter hoch, 4,5 Meter dick,300 Tonnen schwer und inklusive Einbau rund 25Millionen Euro teuer:
So ein Dampferzeuger in einem Atomkraftwerk macht ordentlich was her. In Fessenheim sorgt nun einer der insgesamt
sechs Dampferzeuger dafür, dass Block 2 des 40 Jahre alten Atomkraftwerks für unbestimmte Zeit vom Netz genommenwurde.
Die französische Atomaufsicht ASN hat am vergangenen Montag die seit 2012 bestehende Betriebserlaubnis für das seit Mitte Juni abgeschaltete Maschinenteil kassiert.
Der Herstellerkonzern Areva und der Betreiber des AKW, die Électricité de France (EdF), müssen nun nachweisen,
dass von dem erst vor wenigen Jahren installierten Bauteil keine Gefahr ausgehen kann.
Areva, ein Milliardenkonzern mit 46000 Beschäftigten, teilte bereits am Dienstagmit, dassman die ASN
Entscheidung „zur Kenntnis“ nehme und dass Untersuchungen gezeigt hätten, dass die Probleme mit dem Dampferzeuger
nicht sicherheitsrelevant seien.
Gleichzeitig kündigte der Konzern weitere Untersuchungen an.
Offiziell ist die Rede von einer „Anomalie“ an dem Dampferzeuger, der im Prinzip wie ein Wärmetauscher funktioniert
und das durch die Kernspaltung im Reaktor auf rund 300 Grad erhitzte Wasser in Dampf für die Stromturbinen des AKW umwandelt.
Dabeimuss der Dampferzeuger einem enormen Druck und sehr hohen Temperaturen standhalten.
Ob er das auch wirklich kann, ist die Frage, die nun die ASN umtreibt. Denn:
Das fragliche Bauteil gehört zu den rund 80 Fällen, in denen bei Areva im Werk „Le Creusot“ gefälschte Materialprüfprotokolle erstellt wurden.
Noch vor wenigen Wochen hatten Vertreter der ASN gegenüber der Öffentlichkeit und den Mitgliedern der grenzüberschreitenden AKW Begleitkommission Clis betont, dass die Unregelmäßigkeiten in praktisch allen  überprüften Dokumenten nicht sicherheitsrelevant gewesen seien. Nur in Fessenheim stellt sich die Situation seither offenbar anders dar:
Aufgrund einer zu hohen Kohlenstoffkonzentration im verbauten Material könnte es im Zweifelsfall zu Rissen im Dampferzeuger kommen, so die Befürchtung der ASN-Experten.
Daher könne man Block 2 in Fessenheim derzeit die Betriebsfähigkeit nicht bestätigen, so ASN Vizechef Julien Collet Anfang der Woche. Es seien „bedeutende Fragen über mögliche Folgen“ aufgetreten, sagte Collet wörtlich gegenüber der Zeitung Le Monde.

–Wann ist ganz Schluss?

Wann der Reaktorblock wieder ans Netz geht, ist offen. Aber auch die Frage, wann das AKW von der EdF endgültig vom Netz genommen wird, bleibt ungeklärt.
Clis-Mitglied Paul Lacôte sagte gegenüber der Badischen Zeitung diese Woche: „Ich halte das in erster Linie für eine politische Entscheidung.
Für mich öffnet die ASN hier die Tür zur definitiven Stilllegung.
“ Noch streiten aber die EdF und der Staat offenbar um die Höhe der Abfindung, die die EdF erhalten soll, wenn sie in Fessenheim den Stecker zieht.
Angeblich will EdF mehrere Milliarden Euro, der Staat soll aber nurmaximal 100 Millionen Euro zahlenwollen.
Die EdF spiele auf Zeit,vermutet denn auch Rudolf Rechsteiner vom trinationalen Atomschutzbund Tras:
„Wenn sich etwas bewegen würde, hätten uns unsere Anwältin oder die Tras-Mitglieder aus Frankreich sofort
informiert.“
Ursprünglich hatte Frankreichs Umweltministerin Ségolène Royal von der EdF bis Ende Juni dezidierte Abschaltpläne
für das AKW gefordert. Die EdF ließ den Termin aber offensichtlich verstreichen.
Hoffnung gibt der AKW-Gegnerschaft derzeit jedoch ein Schreiben der französischen Regierung an den Müllheimer Stadtrat, in dem betont wird, dass noch im laufenden Jahr das Abschaltprozedere beginnen soll. BERND PETERS

Zuletzt geändert am: 24.07.2016 um 19:43:57

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