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von brutto tempo
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Frankreich: Steuerzahler sollen Atomkonzern Areva retten Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 21.11.2014
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Ist ein riesengroßer Verlustbringer: Arevas Kernkraftwerk im finnischen Olkiluoto Foto: AFP

Das industrielle Aushängeschild der Grande Nation steht vor der Pleite / Nun soll Areva Milliarden vom klammen Staat bekommen.

PARIS/ERLANGEN. Der französische Atomkonzern Areva ist in derart große wirtschaftliche Not geraten, dass ihn nun die Steuerzahler des Landes vor der Pleite retten sollen. Nachdem Areva katastrophal schlechte Geschäftszahlen präsentiert hatte, sackte der Aktienkurs des Unternehmens am Donnerstag um zeitweise mehr als 20 Prozent ab. Die Zeitung Le Figaro schrieb von einem Albtraum, das Wirtschaftsmagazin Challenges davon, dass die Chefetage in Panik verfallen sei.

Dort hatte Generaldirektor Luc Oursel schon Ende Oktober den Hut genommen – "aus gesundheitlichen Gründen", wie es hieß. Dann wurde Verwaltungsratspräsident Pierre Blayau von der Regierung – sie hält 87 Prozent der Anteile an Areva – gefeuert. Jetzt hat Areva eine Interimsleitung mit dem ehemaligen Peugeot-Boss Philippe Varin im Verwaltungsrat und Philippe Knoche, der einen deutschen Vater hat, in der Generaldirektion. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, die Insolvenz des einst so stolzen Atomkonzerns mit seinen 45 000 Angestellten, davon 3000 im bayrischen Erlangen, zu verhindern. Der Konzern deckt die ganze Kernkraftkette ab – von der Uranförderung in Westafrika und Lieferung von Kernbrennstoff über den Bau und den Unterhalt von Atommeilern bis zur Wiederaufbereitung von Brennstäben. Der Konzernumsatz in Höhe von 9,2 Milliarden Euro sagt wenig aus über den Stellenwert des Unternehmens, das in Frankreich als Speerspitze nicht nur der Atomsparte, sondern der ganzen französischen Industrie gilt. Areva, das war die Quintessenz französischer Ingenieurskunst, gegründet von der Starmanagerin Anne Lauvergeon ("Atomic Anne") – ein Unternehmen so solide und strahlend wie der Eiffelturm.

Jetzt, fast über Nacht, steht Areva schiefer da als der Turm von Pisa. Selbst die glorreiche Vergangenheit unter Lauvergeon gerät in ein schiefes Licht. Geschäfte mit Uranminen aus dieser Zeit beschäftigt die Justiz. Bei dem im finnischen Olkiluoto seit 2004 gebauten Druckwasserreaktor EPR haben sich die Kosten verdreifacht. Areva hatte diese neue Generation von Reaktoren zusammen mit Siemens entwickelt, und behauptet, sie sei sicherer als die aktuellen Kernkraftwerke – und sicherer als der berüchtigte Reaktor in Fukushima. In Flamanville in der Normandie, wo derzeit auf einer der größten Baustellen Europas 3600 Arbeiter einen weiteren EPR errichten, stellten die für Atomsicherheit zuständigen Aufseher aber Risse in den inneren Reaktorwänden fest. Das Pariser Wochenblatt Canard Enchaîné sprach gar von "42 Zentimeter großen Löchern". Und wie in Finnland wird das Projekt in Flamanville immer teurer und die Fertigstellung verzögert sich.

Der Hauptgrund für den tiefen Fall Arevas ist allerdings die weltweit lahme Konjunktur für Kernenergie. Die USA ziehen Schieferöl vor, Japan kehrt nur zögernd zur Kernkraft zurück. Auch Deutschland war bis zum Atomausstieg ein weiterer wichtiger Markt für den französischen Konzern, der seit sieben Jahren und trotz neuer Kontakte zu Indien oder Südafrika kein einziges Akw mehr verkauft hat.

Der französische Staat – der seine eigenen Schulden auch nicht im Griff hat – wird wohl zwei Milliarden Euro beisteuern müssen, um seinen Prestigekonzern zu retten. Und wie bei einer Bad Bank sollen die faulen Geschäfte von Areva ausgelagert werden – was für die Steuerzahler noch teurer kommen dürfte. Areva fährt zudem die Investitionen runter, um Geld zu sparen. Umweltverbände befürchten, dass dies auch auf Kosten der Sicherheit geht. Und dass Areva das einfachste Mittel wählt, Gewinn zu machen – indem die Laufzeit alter Kernkraftwerke verlängert wird.

Zuletzt geändert am: 21.11.2014 um 11:17:53

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Kommentare

Klage vor EU-Gericht gegen illegale AREVA Subventionen von Gast am 23.11.2014 um 18:18:06
Klage vor EU-Gericht gegen illegale AREVA Subventionen - weiterleiten an alle Umwelt-Organisationen - insbesondere an TRAS Basel.

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