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von brutto tempo
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In Ãœberwachungskommission für Atomkraftwerk geraten deutsche und französische Behördenvertreter aneinander Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 16.03.2016
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Die Mitglieder der Überwachungskommission Fessenheim (Clis) sind bei ihrem Treffen heftig aneinandergeraten. Foto: dpa

Die Mitglieder der Überwachungskommission Fessenheim (Clis) sind bei ihrem Treffen heftig aneinandergeraten. Auslöser war der verharmloste Vorfall vor zwei Jahren im Atomkraftwerk.

Die Positionen deutscher und französischer Politiker und Fachleute gehen beim Thema Atomkraft weit auseinander – aber auch die Elsässer sind uneins. Das hat auch die Sitzung der Überwachungs- und Informationskommission Fessenheim (Clis) am Dienstag in Colmar geprägt. Über der Frage, was von dem Vorfall im Akw Fessenheim vor zwei Jahren zu halten sei, der von Betreiber wie Atomaufsicht allem Anschein nach verharmlost worden ist, gab es heftigen Streit in dem deutsch-französischen Gremium.

Zu Beginn der Clis-Sitzung prallten anfangs Atomkraftgegner zusammen mit Gewerkschaftern aus dem Akw, die spontan eine wütende Verlautbarung gegen die drohende Schließung und damit den Verlust ihrer Arbeitsplätze verlasen. "Eine Stimme wird hier nicht gehört", sagte Betriebsratssprecherin Martine Herod: "Wir lehnen die Stilllegung ab, die allein das Ergebnis eines Wahlgeschachers ist." Von deutschem Zynismus war die Rede, gemünzt auf die Forderung des baden-württembergischen Umweltministers Franz Untersteller (Grüne), das Fessenheimer Kraftwerk wegen seines Alters und seiner Anstöranfälligkeit so früh wie möglich abzuschalten.

Unfreundlicher Tonfall


Jean-Paul Lacôte, Vertreter von Alsace Nature und Mitglied der Clis, hielt die Aussagen seiner Landsleute für unzumutbar. André Hatz vom französischen Antiatomkraftverband Réseau sortir du nucléaire passte der ganze Auftritt der Gewerkschafter nicht: Normalen Bürgern, vor allem solchen, die mit dem Weiterbetrieb des Akw nicht einverstanden seien, würden derlei Demonstrationen in der Clis nicht gestattet. "Sie sind ein parteiischer Präsident", warf er dem Clis-Präsidenten Michel Habig vor.

Habig ging später in merklich unfreundlichem Ton die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer an: "Was gibt der deutschen Presse das Recht, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen?" Er empörte sich über die Berichterstattung auf der anderen Rheinseite über den jüngsten Fessenheim-Skandal Anfang März. "Natürlich respektieren wir die nationale Autonomie von Frankreich", lenkte Schäfer ein. Deutschland habe eben andere Konsequenzen aus der Katastrophe von Fukushima gezogen: "Wir sorgen uns um die Sicherheit unserer Bürger."

WDR und Süddeutsche Zeitung hatten einem deutschen Nuklearsachverständigen Unterlagen der französischen Atomaufsicht zu einem Wassereinbruch und einer Notabschaltung vorgelegt, die sich im April 2014 ereignet hatten.

Akw-Leitung und Behörden setzen auf Verharmlosung


Die Akw-Leitung hatte damals als letzte Maßnahme Bor zugeführt, um die Leistung des Reaktors zu drosseln. Ein in Westeuropa einmaliger Vorgang, hieß es in den Berichten. Sowohl der Betreiber als auch die Atomaufsicht hatten den Vorfall dagegen als harmlos dargestellt und den Eindruck erweckt, man habe alles im Griff gehabt. Doch Routine könne dieses Vorgehen der Akw-Ingenieure in keinem Fall gewesen sein – Bärbel Schäfer hoffte deshalb auf Antworten aus erster Quelle. Stimme es, dass die Temperatur im Reaktor für Minuten aus dem Ruder gelaufen sei? Dass der Reaktor nicht mehr unter Kontrolle war? Weshalb sei der Vorfall nicht gemeldet worden? Die Leiterin der Atomaufsichtsbehörde in Straßburg, Sophie Letournel, hatte diese und andere Fragen schriftlich vor der Sitzung erhalten. Antwort gab sie dennoch keine: Alles, was zu dem Vorfall zu sagen sei, sei bereits öffentlich gesagt.

Umweltschützer Lacôte bedauerte diese Haltung: "Das ist vollkommen falsch, es leben auch auf französischer Seite Menschen, die sich Sorgen um die Sicherheit von Fessenheim machen." Sorgen, die neue Nahrung bekommen. Ein EdF-Mitarbeiter soll dem Journal de l’Energie einen internen Bericht zugespielt haben. In zahlreichen französischen Akw, heißt es dort, darunter auch Fessenheim, befänden sich die Notdieselgeneratoren, die die Kühlung des Reaktors sichern sollen, in einem "inakzeptablen" Zustand.

Zuletzt geändert am: 16.03.2016 um 11:06:57

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