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Montagsdemo 06.08.12: mit tiefer Abscheu vor dieser Technologie Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 08.08.2012
News >> Aktionsbündnis News

Badische Zeitung

Der heute in Waldkirch lebende Unternehmer Noriaki Ikeda aus Japan spricht über seine Erfahrungen mit Hiroshima.

Noriaki Ikeda aus Nagasaki sprach bei der jüngsten Müllheimer Montagsdemonstration über die Proteste gegen Atomkraft in Japan. Foto: Philipp

MÜLLHEIM (dop). So still ist die Müllheimer Montagsmahnwache des Aktionsbündnisses "Fessenheim stilllegen. Jetzt!" noch nie verlaufen: Diesmal gedachten die Teilnehmer mit einer Schweigezeit der Opfer der Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki vor 67 Jahren. Zuvor hatte Ulrich Rodewald, ein Sprecher des Bündnisses, einen erschütternden Bericht verlesen, in dem ein japanischer Arzt schildert, wie er das erste Opfer des Angriffs gefunden hatte, "ein schwarzes Etwas", das einmal ein Mensch gewesen war. Atomare Waffen und die friedliche Nutzung der Kernenergie seien eng miteinander verknüpft, mahnte Rodewald.

Referent des Tages war der aus Nagasaki stammende Noriaki Ikeda, der berichtete, wie er als Jugendlicher die Gedenkstätte in Hiroshima besucht hatte, was bei ihm einen verstörenden Eindruck hinterlassen habe. "Es war ein unbeschreibliches Gefühl, ich konnte kaum noch essen und empfand einen tiefen Abscheu vor dieser Technologie", sagte Ikeda, der jetzt als selbstständiger Unternehmer in Waldkirch lebt. Er verstehe nicht, wie sein Land trotz dieser Erfahrungen 54 Atomanlagen bauen konnte. Nach Fukushima sei es lange ruhig gewesen, doch inzwischen seien die Menschen mobilisiert, auch dank des Internets. Inzwischen erreichten die Demonstrationen gegen Atomkraft in Japan Teilnehmerzahlen bis zu 200 000, sagte Ikeda. Die deutsche Bewegung habe die Japaner "geschubst", meinte er. Man sehe in Japan inzwischen auch, dass eine ständige Präsenz des Protestes wirksamer sei als eine einmalige Aktion. Er lobte die Müllheimer Initiative, die sich seit März 2011 jeden Montag um 18 Uhr auf dem Sparkassenplatz in der Werderstraße versammelt, um mit wechselnden Referenten die Gefahren der Atomkraft zu thematisieren und die Abschaltung des nahegelegenen AKW Fessenheim zu fordern.

Dass die jüngste Müllheimer Montagsaktion noch am Abend ein Thema in der Landesschau des SWR war, freut die Veranstalter besonders. "Der Beitrag war trotz seiner Kürze sehr prägnant und hat gezeigt, was die Menschen hier in der Nachbarschaft des AKW Fessenheim bewegt", so Ulrich Rodewald. Dass das Fernsehen immer wieder über die Aktivitäten des Bündnisses "Fessenheim stilllegen. Jetzt!" berichte, sei auf jeden Fall gerechtfertigt, ist Rodewald überzeugt. Für die nächsten Wochen seien weitere Aktionen geplant, darunter auch eine Veranstaltung am Rhein. Auch die Montags-Mahnwachen gehen lückenlos weiter.

Zuletzt geändert am: 08.08.2012 um 09:44:43

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