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Regierungspräsidium aktualisiert Notfallplan für einen Fessenheim-Gau Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 23.01.2018
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 Von Uwe Mauch Di, 23. Januar 2018 um 19:03 Uhr

Das Regierungspräsidium erarbeitet einen neuen Notfallplan für einen Atomunfall in Fessenheim. Der ist nötig: Die Strahlenschutzkommission hatte nach Fukushima weitere Grenzen gefordert.   

Der Notfallplan für einen schweren Unfall im Atomkraftwerk Fessenheim kommt voran. Das Regierungspräsidium hat nun die Gemeinden im Radius von 20 Kilometern in zwei Zonen und sieben Sektoren eingeteilt, die im Ernstfall innerhalb einer bestimmten Frist zu evakuieren wären. Wie das genau ablaufen soll, will das Referat für Katastrophenschutz in diesem Jahr erarbeiten: Wo befinden sich Sammelstellen, wie sehen Transportkapazitäten aus, wo verlaufen die Hauptevakuierungsrouten?


Von Sandkastenspielen will Klemens Ficht nicht sprechen. "Wir müssen für den Ernstfall vorbereitet sein." Der stellvertretende Regierungspräsident stellte am Montagabend in Freiburg die neue Einteilung der Gemeinden in Zonen vor. Die war nötig geworden, weil die Strahlenschutzkommission des Bundes nach dem GAU von Fukushima weitere Grenzen empfahl: Die Zentralzone hat nun einen Radius von fünf statt zwei Kilometern rund um Fessenheim und soll innerhalb von sechs Stunden zu evakuieren sein. Die Mittelzone reicht 20 statt zehn Kilometer weit und soll innerhalb von 24 Stunden geräumt sein. Die Folge: Ein neuer Notfallplan ist nötig.

Ähnliches Vorgehen für Akw Leibstadt in der Schweiz

Das gleiche Prozedere gibt es rund um das Schweizer AKW Leibstadt mit Waldshut in der Zentralzone. Die 20-Kilometer-Zone reicht bis St. Blasien im Hochschwarzwald und bis knapp vor Wehr.

Nicht überall war die Einteilung einfach. So teilt der Radius Gottenheim und Umkirch. Ganz schwierig sei Freiburg gewesen, sagt Klemens Ficht. Die Stadtteile Haslach und St. Georgen zum Beispiel hätten im Süden evakuiert werden sollen und im nördlichen Teil nicht. "Das würde niemand verstehen." Der Kompromiss heißt im Amtsdeutsch "Ausbuchtungen". Die Kommunen auf dem Grenzgebiet werden der höheren Sicherheitsstufe zugeschlagen. Das gilt auch für die betroffenen Freiburger Stadtteile – für die Großstadt wurde zudem vereinbart, dass die restlichen Stadtteile innerhalb von 48 Stunden evakuiert werden.

In diesem Jahr will Ama Klein, Referentin für Katastrophenschutz, die Details festlegen. Welche Gemeinde wird im Ernstfall wohin evakuiert? Welche Straßen werden gesperrt? Wer sind die Ansprechpartner in Kindergärten, Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen und Gefängnissen – sie gelten als "kritische Infrastruktur".


Bei einem Gau würde Panik ausbrechen


Dass die Bevölkerung bei einem GAU in Panik geraten wird, ist auch Juristin Klein klar. Zwei Drittel, so die Annahme, werden versuchen, sich selbst in Sicherheit zu bringen. Auch Einsatzkräfte werden ihren Dienst nicht antreten. Trotzdem, so Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer, "brauchen wir Szenarien, die funktionieren könnten".

Breitet sich eine atomare Wolke aus, kann die Empfehlung je nach Tempo und Windrichtung lauten: Zu Hause bleiben. Für manche Sektoren könnte eine Evakuierung angezeigt sein, für andere nicht – oder erst, wenn die Wolke weitergezogen ist. Die Entscheidung trifft das Regierungspräsidium, das seine Informationen über das Innenministerium erhält. Die Bürger werden benachrichtigt über Rundfunk, Sirenen und die App Nina.

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Zuletzt geändert am: 25.01.2018 um 16:12:33

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