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von brutto tempo
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TRAS schreibt an Ministerin Ségolène Royal Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 14.11.2014
News >> Aktionsbündnis News

TRAS schreibt an Ministerin Ségolène Royal betreffend Fessenheim-Schliessungund verlangt Informationen über den Sicherheitszustand des maroden AKW’s Nachdem in Frankreich immer wieder Zweifel geäussert werden, dass das AKW Fessenheim wie von Präsident Hollande versprochen und von der französischen Regierung mehrmals bestätigt bis 2016 vom Netz geht und selbst die französische Umweltministerin Ségolène Royal vor kurzem Zweifel an der Notwendigkeit einer baldigen Schliessung des AKW Fessenheim geäussert hat, gelangt der Trinationale Atomschutzverband mit einem Schreiben an die französische Ministerin.

TRAS verlangt Informationen über den aktuellen Sicherheits zustand von Fessenheim. Insbesondere verlangt TRAS den detaillierten Nachweis zu Handen der Öffentlichkeit, ob die zahlreichen von der Aufsichtsbehörde (ASN) vom Betreiber verlangten Verbesserungen auch tatsächlich umgesetzt wurden.

TRAS befürchtet, dass die Pariser Instanzen die spezifische Bedrohungslagedurch das AKW Fessenheim in der Region am Oberrhein
zu wenig kennen.

Im Brief von TRAS an Segolène Royale wird insbesondere kritisiert, dass die Öffentlichkeit nie darüber informiert wurde, ob und in welchem Ausmass die zahlreichen Empfehlungen und Forderungen der Aufsichtsbehörde ASN bezüglich Sicherheitsmängel in Fessenheim auch umgesetzt wurden . Die lange Liste der auch vom ASN identifizierten Mängel,umfasst:

  • Ungenügend starke Bodenplatte des Reaktorgebäudes
  • Mängel am geotechnischen Gehäuse der Anlage
  • Mangelhafte Filter (Iodaustritt)
  • Ungenügende Notkühlung
  • Fehlender Schutz vor Erdbeben und mangelhafte Methodik
  • Fehlender Schutz vor Überflutung bei einem Wasseraustritt aus dem Grand Canal d’Alsace,dessen Wasserspiegel 10 Meter über dem Niveau des Reaktors liegt
  • Fehlender Schutz und fehlende diversitäre Kühlung der Brennelementebecken
  • Verrostete Hüllen der nuklearen Brennstäbe
  • Risse und Instabilität durch Alterung des Reaktordruckbehälters

Für alle diese Mängel existieren zahlreiche Schreiben, Forderungen und Auflagen von Seiten der Aufsichtsbehörde an den Betreiber von Fessenheim (EDF), welche im Brief von TRAS und in einem 76 seitigen Annex detailliert aufgeführt sind.

Die Öffentlichkeit ist nicht informiert, ob die von der ASN gerügten Sicherheitsmängel in Fessenheim auch tatsächlich behoben wurden. TRAS weist die Ministerin insbesondere darauf hin, dass es sich beim AKW Fessenheim um das älteste in Betrieb stehende AKW Frankreichshandelt, das für einen Betrieb von maximal 40 Jahren konzipiert wurde, und auch durch Nachrüstung nicht auf den sicherheitstechnischen Standeines neuen Atomkraftwerks gebracht werden kann, dass Fessenheim an einem Standort steht, der nördlich der Alpen eine der grössten Erdbebengefährdung aufweist, dass die deterministische Methodik der Erdbebenschätzung durch die französischen Aufsichtsbehörden dazu führt, dass nur historische Erdbeben, nicht aber die ganze Bandbreite möglicher Erdbeben in Betracht gezogen wird, und dies im Widerspruch zu internationalen Gremien, die eine probabilistische Methodik fordern, dass das Atomkraftwerk Fessenheim 10,6 Meter unterhalb der Wasserlinie des Grand Canal d’Alsace liegt und dass bei einer Beschädigung des Kanals sowohl ein Versiegen der Kühlwasserquelle als auch eine Überschwemmung der Anlage nicht ausgeschlossen werden kann , dass auch nach Verstärkung der Bodenplatte auf 1,5 m Durchmesser die Anlage ein unsicheres Flickwerk bleibt angesichts der Tatsache, dass andere französische Reaktoren mehrheitlich eine Bodenplatte von 4 bis 6 Metern Dicke aufweisen,dass das Durchbrechen der Bodenplatte in Fessenheim das grösste Grundwasservorkommen von ganz Europa dauerhaft verseuchen könnte, dass die diversitäre Notkühlung von Fessenheim hochgradig unzureichend,also rein kosmetisch ist.
Der im Nachgang von Fukushima veranlasste Grundwasserbrunnen mit einer Pumpleistung von 50 m3/h deckt nur einen kleinen Bruchteil des Kühlbedarfs, denn bei einem Zwischenfall mit Notabschaltung benötigt die Anlage in den ersten Stunden rund 2000m3/h, nach einem Monat immer noch 200m3/h für die Kühlung, dass sich die Lagerbecken für abgebrannte Brennelemente mit ihrem radioaktiven Inventar von umgerechnet mehreren Tausend Atombomben (Typ Hiroshima) in Lagerhallen ausserhalb des Reaktorgehäuses befinden, ungeschützt vor mechanischen Einwirkungen von aussen (z.B. durch Raketenbeschuss oder Flugzeugabsturz) dass die Brennelementebecken nach dem bisherigen Stand der Nachrüstung über keine diversitäre Notkühlung verfügen und dass im Falle des Auslaufens des Kühlwassers eine Schmelze der Brennelemente eintreten würde.
Aus all diesen Gründen bekräftigt TRAS, dass das AKW Fessenheim dringend vom Netz genommen werden muss. TRAS fordert vom französischen Umweltministerium zu Handen der Öffentlichkeit einen detaillierten Nachweis, dass die zahlreichen Auflagen und Forderungen der Aufsichtsbehörde und anderer französischen  Sicherheitsinstitutionen umgesetzt wurden.

Weitere Auskunft:
Jürg Stöcklin, Präsident TRAS,++41 (0)79 817 57 33
André Herrmann, Sachexperte, ++41 (0)79 766 94 92


Beilagen auf www.atomschutzverband.ch
Brief an Segolène Royale (Forderungen betreffend Sicherheit von Fessenheim)
deutsch:
http://www.atomschutzverband.ch/xs_daten/Aktuell/2014.10.30_Vorlaeufiger_Antrag_an_S._Royal.pdf
französisch:
http://www.atomschutzverband.ch/xs_daten/Aktuell/2014.10.30_Demande_dinformations__S._Royal.pdf

Zuletzt geändert am: 14.11.2014 um 14:35:34

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