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Wieder Drohnen über französischen Kernkraftwerken Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 07.11.2014
News >> Aktionsbündnis News

Drohne mit Kamera Foto: Schneider

Frankreich ist verunsichert: Immer wieder fliegen Drohnen über Kernkraftwerke – und die Hintergründe sind unklar. Auch drei Festnahmen bringen keine Aufklärung über die Täter. Aus Paris berichtet Axel Veiel.

Die Genugtuung der Staatsanwaltschaft hält sich in Grenzen. Gewiss, auf der Suche nach denjenigen, die seit einem Monat Drohnen über Frankreichs Atommeilern kreisen lassen, ist sie erstmals fündig geworden. Am Mittwoch waren in der Nähe des an den Ufern der Loire gelegenen Kernkraftwerks von Belleville-sur-Loire drei junge Leute verhaftet worden, zwei Männer und eine Frau. Das Trio hatte zwei kleine Flugkörper im Gepäck. Doch am Donnerstag hat sich herausgestellt, dass die einstweilig Festgenommenen nicht als Drahtzieher von mehr als einem Dutzend anderer, offenbar landesweit koordinierter Drohnenflüge in Frage kommen. Dies sagte Marie-Pierre Viret von der Staatsanwaltschaft Bourges.

Bei den jungen Leuten im Alter von 21, 24 und 31 Jahren handelt es sich offenbar um Modellflugzeugbastler. Alle drei waren mit der Polizei zuvor nie in Konflikt geraten. Die Drohnen im Besitz des Trios sollen technisch ausgefeilt, mit einem Durchmesser von weniger als einem Meter aber vergleichsweise klein gewesen sein. Der Gedanke, die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft einzuschalten, war in Bourges denn auch schnell wieder fallengelassen worden.

Gut eine Woche, nachdem der Kernkraftwerksbetreiber EdF Anzeige gegen Unbekannt erstattet hat, sind die Drahtzieher der Drohnenflüge damit noch immer nicht ausfindig gemacht. Und schon gar nicht ist die Unsicherheit ausgeräumt, welche Gefahren von den unbemannten Flugkörpern ausgehen könnten. Politiker und Sicherheitskräfte haben sich wenig mitteilsam gezeigt, und das Wenige, was sie an die Öffentlichkeit getragen haben, ist nicht frei von Widersprüchen.

So hat Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve versichert, es seien Vorkehrungen getroffen worden, um Drohnen, die Atommeiler anfliegen, "zu neutralisieren". Ein damit beauftragter Gendarm hat später freilich eingeräumt, man habe davon abgesehen, ein Flugobjekt vom Himmel zu holen, weil man nicht sicher gewesen sei, wo es an so heiklem Ort zu Boden fallen werde. Und während Sicherheitsexperten beteuern, von den Flugkörpern ginge keine Gefahr aus, verkünden Atomkraftgegner von "Sortir du Nucléaire" (Aussteigen aus der Atomkraft) das Gegenteil. In Becken lagernder ehemaliger Brennstoff sei vor Angriffen aus der Luft nicht ausreichend geschützt. Nach wie vor nicht ausgeräumt ist auch die Sorge, an Drohnen angebrachte Kameras könnten Aufnahmen zur Vorbereitung von Terroranschlägen liefern.

Greenpeace hat versichert, mit den Drohnenflügen nichts zu tun zu haben. Die Umweltschutzorganisation hatte 2012 mit Hilfe einer Drohne die Landung eines Drachenfliegers in einem Atomkraftwerk gefilmt. Anonyme Aktionen passen freilich nicht zu einer Organisation, die sich zu ihren spektakulären Aktionen medienwirksam zu bekennen pflegt.

Währenddessen hat der Akw-Betreiber EdF weitere Drohnenflüge zur Anzeige gebracht. Mindestens 15 sind damit aktenkundig. So ist am Montag im Rhone-Tal ein Flugkörper über dem 1997 endgültig stillgelegten Atomreaktor Superphénix entdeckt worden. Am Vortag hatte bereits zum zweiten Mal binnen zwei Tagen eine Drohne über dem an der Loire gelegenen AKW von Dampierre-en-Burly gekreist. Auch das Atomkraftwerk von Fessenheim, das älteste des Landes, hat unerwünschten Besuch erhalten. Einmal sollen sogar über vier Atommeilern, die Hunderte von Kilometern voneinander entfernt sind, gleichzeitig unbemannte Flugzeugen ausgemacht worden sein. Einige Drohnenflüge sind auf Fotos und Videos festgehalten worden.

Jean-Yves Le Déaut, Abgeordneter der regierenden Sozialisten und Autor mehrerer Gutachten über die Sicherheit französischer Atomkraftwerke, hält es für richtig, dass der Staat in diesem Fall mit Informationen geizt. "Man will offenbar zeigen, dass die Atomkraftwerke verletzlich sind", glaubt er. Wenn man um die Drohnenflüge viel Aufhebens mache, arbeite man den Tätern in die Hände.

 

Zuletzt geändert am: 07.11.2014 um 10:25:00

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