Freitag, 28 Mai 2021 09:19

Atomkraftwerk Gundremmingen darf abgebaut werden Empfehlung

Artikel bewerten
(0 Stimmen)
Das AKW Gundremmingen liegt an der Donau zwischen Ulm und Augsburg. Das AKW Gundremmingen liegt an der Donau zwischen Ulm und Augsburg. RWE

Von Andreas Wilkens

Auch für den dritten und letzten Block des bayerischen AKW liegt nun eine Rückbaugenehmigung vor.

Betreiber RWE hat den Plan für den Rückbau für Block C seines Atomkraftwerks in Gundremmingen genehmigt bekommen. Das Bundesumweltministerium hat dem Bescheid des bayerischen Umweltministeriums zugestimmt. Die Genehmigung soll am morgigen 28. Mai offiziell bekannt gemacht und anschließend für die Öffentlichkeit zur Einsicht ausgelegt werden.

In den vergangenen vier Jahren wurden in Bayern bereits die Stilllegung und der Abbau der AKW Isar 1 und Grafenrheinfeld genehmigt. Auch für Block B in Gundremmingen lag bereits eine Genehmigung vor, er wurde bereits Ende 2017 abgeschaltet, Block C soll bis spätestens Ende dieses Jahres folgen. Block A wurde bis zu einem Störfall 1977 betrieben, er wird seit 1983 rückgebaut.

 

Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber (Freie Wähler) betonte, nun sei ein weiterer bedeutender Schritt im Ausstieg aus der Atomkraft vollzogen. "Ich stehe hinter dem Ausstieg aus Kohle und Kernenergie. An den gesetzlichen Abschaltzeitpunkten wird nicht gerüttelt." Der Standort in Gundremmingen soll wieder eine frei nutzbare Fläche werden. Er soll unter den gleichen strengen Sicherheitsvorgaben rückgebaut werden, wie er betrieben worden sei.

RWE hatte auf Grundlage des Atomgesetzes am 31. Juli 2019 die Genehmigung für den Abbau des Blocks C beantragt. Der Abbau ist gemäß dem Verursacherprinzip Aufgabe der Betreiber und muss behördlich beaufsichtigt werden. Der Rückbau der Systeme und Komponenten eines Atomkraftwerks erstreckt sich über einen Zeitraum von bis zu 15 Jahren. Anschließend werden die verbliebenen Gebäudestrukturen dekontaminiert, freigemessen und einer anderweitigen Nutzung zugeführt oder abgerissen. Der Rückbau kostet etwa eine Milliarde Euro und wird vom Betreiber bezahlt.

Der Rückbau eines AKW dauert so lange, weil es eine sehr komplexe Anlage mit vielen Komponenten und Systemen ist. Alle Systeme und Komponenten werden nach einem genauen Plan der Reihe nach abgebaut und zerlegt, denn einige von ihnen werden länger benötigt als andere. Zudem müssen die Komponenten auf Radioaktivität untersucht und möglicherweise gereinigt werden. Diese Teile können dann nach einer staatlich kontrollierten Freimessung in den regulären Wertstoffkreislauf gegeben werden. Die Teile, die nicht gereinigt werden können, sowie die abgereinigte Radioaktivität werden für das Endlager Schacht Konrad bearbeitet und verpackt.

 

Weitere Informationen

Gelesen 1180 mal