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Evakuiert wird nur in die Schutzräume Aktionsbündnis News
Veröffentlicht von Administrator (admin) am 15.04.2016
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Akw Fessenheim Foto: AFP


Die Forderung aus Frankreich, die Sicherheitszone um Atomkraftwerke zu erweitern, stößt in Basel teilweise auf Unterstützung.

BASEL. Die Forderung des französischen nationalen Zusammenschlusses von Überwachungskommissionen von Atomkraftwerken, den Sicherheitszone um die Anlagen auf 80 Kilometer zu erweitern, stößt in Basel teilweise auf Unterstützung. Der Rayon um das Akw Fessenheim, der im Plan particulier d’intervention (PPI) definiert wird, umfasst bisher lediglich zehn Kilometer. "Wir haben den PPI mehrmals kritisiert, weil er nicht den internationalen Standards entspricht", merkt Jürg Stöcklin an, Präsident des Trinationalen Atomschutzverbandes Tras. "Es ist zu begrüßen, dass das jetzt endlich zum Thema wird." Ähnlich äußert sich der Basler Großrat Helmut Hersberger (FDP), der sich als aktueller Präsident des Oberrheinrats die Verbesserung des grenzübergreifenden Katastrophenschutzes zum Ziel gesetzt hat. "Zu dem Thema ist wenig bis gar nichts geschehen", kritisiert Hersberger. "Wenn man einen Kreis um das Akw Fessenheim zieht, sieht man deutlich, dass dieser nicht an den Landesgrenzen aufhört", betont Hersberger. Die Katastrophenhilfe müsse innerhalb des gesamten Rayons funktionieren, so das Ziel. Zurückhaltender äußert sich Marco Greiner in seiner Eigenschaft als Informationschef des Kantonalen basel-städtischen Krisenstabs: "Die Neueinschätzung ist der Kantonalen Krisenorganisation nicht bekannt. Wir werden uns noch damit befassen", teilt er mit.

Wie in Basel-Stadt ist ein auf 80 Kilometer erweiterter Sicherheitsradius bei einem schweren Zwischenfall im Akw Fessenheim im Baselbiet kein Grund für eine Neueinschätzung. "Die Zielsetzungen eines französischen Sicherheitsrayons sind uns nicht bekannt. Deshalb können wir zum jetzigen Zeitpunkt auch nicht beantworten, was dies für Baselland bedeutet", schreibt Adrian Baumgartner, Mediensprecher der Sicherheitsdirektion. Das Notfallkonzept sieht vor, primär am Ort zu bleiben und Schutzraum oder Keller zu beziehen. Der kantonale Krisenstab würde nach dem eidgenössischen Notfallkonzept bei einem KKW-Unfall in der Schweiz vorgehen. Dazu gehört die Alarmierung über Sirenen und Informationen über Radio. Zudem werde aufgefordert, Jodtabletten bereitzuhalten. Wie in Basel-Stadt wurden diese bereits verteilt.

In der Studie, die die erwähnte Kommission "l’Association nationale des comités et commission locales d’information (Anccli) in Auftrag gegeben hat, werden die starken Unterschiede in Europa beim Umgang mit dem Katastrophenfall explizit erwähnt. Sie seien zudem von allen anerkannt. "Es ist wichtig, die grenzübergreifende Kooperation zu intensivieren, um das Vorgehen zu harmonisieren und die bestmöglichen Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung zu ergreifen", heißt es in der Zusammenfassung. Das Schlusswort ist eindeutig: "Frankreich muss den Anwendungsbereich seiner Schutzzonen ausweiten, die betroffenen Organisationen und die Bevölkerung an den Krisenübungen beteiligen und eine regelmäßige Konsultation der Öffentlichkeit über deren Bedeutung organisieren."

Jürg Stöcklin verweist darauf, dass aufgrund der Windrichtung vor allem die südbadischen Nachbarn und die Stadt Freiburg von einem Zwischenfall betroffen wären. In der Schweiz erhalten alle Personen, die sich innerhalb eines Umkreises von 50 Kilometer um ein Akw aufhalten, vorsorglich Jodtabletten – eine Verordnung vom 1. März 2014. In Basel-Stadt wurde die Verteilung laut Greiner Ende August 2015 abgeschlossen. Grundsätzlich liege die Zuständigkeit für Maßnahmen, für Informationen und Warnung beim Bund. "In einer ersten Phase ist es aber sicher vorrangig, dass die Bevölkerung nicht mit den schädlichen Stoffen in der Luft in Kontakt kommt. Deshalb steht die Evakuation in Schutzräume im Vordergrund. Die Ergreifung weiterer Maßnahmen hängt auch vom Ausmaß der Kontamination ab", schreibt Greiner. Eine Evakuierung in der Fläche scheint nicht denkbar. "Die Verschiebung der Bevölkerung der ganzen Region Basel mit bis zu einer Million Menschen ist in der zur Verfügung stehenden Zeit schwer zu bewerkstelligen, deshalb liegt der primäre Fokus bei der Evakuation in Schutzräume", sagt Krisenstab-Sprecher Greiner.

Zuletzt geändert am: 15.04.2016 um 08:20:28

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