Freitag, 30 Juni 2023 12:10

In Fessenheim soll das Technocentre 2031 in Betrieb gehen Empfehlung

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EDF plant mit dem Technocentre EDF plant mit dem Technocentre Victoria Langelott

Von Bärbel Nückles

Auf dem Gelände des elsässischen Atomkraftwerks Fessenheim sollen bald Stahlblöcke aus leicht radioaktivem Material hergestellt werden. Beginnt der Bau schon in vier Jahren?

Das vom französischen Energieunternehmen Electricité de France (EDF) in Fessenheim geplante Technocentre soll 2031 in Betrieb gehen. Das bestätigte eine Sprecherin des Stromkonzerns der Badischen Zeitung. Angestrebter Standort für die Recyclinganlage zum Einschmelzen von Komponenten aus dem Rückbau von Atomanlagen sei Fessenheim. Die verwerteten, sehr schwach radioaktiven Teile, heißt es in der Antwort weiter, könnten anschließend im konventionellen industriellen Bereich eingesetzt werden.  So würden nach Ansicht von EDF natürliche Ressourcen geschont und Lagerkapazitäten für schwach radioaktive Abfälle gespart.

Das verwertbare Potential schätzt EDF auf 500.000 Tonnen Metall, insbesondere von Dampferzeugern aus Atomkraftwerken, die nach bestimmten Zyklen ersetzt werden müssen. Mit der in Fessenheim vorgesehenen Anlage sollen pro Jahr 20.000 Tonnen Stahlblöcke hergestellt werden. Das dafür nötige Ausgangsmaterial stamme in erster Linie aus Frankreich und nur zu einem geringen Teil aus dem Ausland. Der Tageszeitung Les Dernières Nouvelles d'Alsace sagte der zuständige EDF-Manager Laurent Jarry, dass die Vorplanung für die Anlage sowie die Umweltstudie bereits abgeschlossen seien. Jarry, der bislang die Rückbauplanung für Fessenheim verantwortet, betonte zudem, dass das Technocentre mit Unterstützung der Regierung vorangetrieben werde. Das Projekt komme als eines unter vielen in den Genuss eines staatlichen Förderprogramms (Plan France Relance) mit einem Gesamtvolumen von 100 Milliarden Euro.

Atomkraftgegner sind nicht glücklich mit den Plänen


Gebaut werden soll das Technocentre auf einem 15 Hektar großen Teilbereich der 60 Hektar Brache nördlich der stillgelegten Reaktoren. Jarry verspricht minimale Sichtbarkeit, was einen Hinweis auf den fortgeschrittenen Stand der Planung bedeuten dürfte. Laut Jarry werde die EDF-Spitze das unter Atomkraftgegnern umstrittene Technocentre Anfang Juli final absegnen. Alle weiteren wichtigen Verfahrens- und Planungsschritte sollen in diesem und dem kommenden Jahr abgeschlossen werden. Der Zeitplan sieht eine öffentliche Anhörung 2026 und den Beginn der vierjährigen Bauzeit 2027 vor. EDF hat vor Jahren schon eine solche Anlage in Schweden gekauft, verfügt also über das Know-how. 

Die Unterstützung vom Nachbarn Deutschland für das Projekt sei "keine Notwendigkeit", sagte Laurent Jarry. Die Anlage steht allerdings den Plänen für einen sauberen, grünen Innovationspark, wie man ihn sich ganz besonders auf deutscher Seite für das Fessenheim-Zukunftsprojekt gewünscht hat, diametral entgegen. Die Freiburger Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer hatte bereits im vergangenen Jahr betont, von deutscher Seite gebe es Widerstand gegen die Pläne für eine Verwertungsanlage.

 

 

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